Geschichte/Chronic

September 2015

Wir sind voll

Zum ersten Mal in unserer nunmehr fast 20-jährigen Geschichte können wir in dieser Spielzeit keine neuen Mitglieder aufnehmen. Mit knapp hundert Mitspielern und Mitspielerinnen sind unsere Projekte alle schon vor Beginn der Probenzeit voll. Um die Qualität unserer Arbeit weiter gewährleisten zu können, entschließen wir uns schweren Herzens zu diesem "Aufnahmestopp".

März 2015

Benefizveranstaltung

Die letzte Vorstellung des Kindertheaterprojektes „Kommando Pumpernickel“ wird zur Benefizveranstaltung: Die Erlöse werden komplett dem Flüchtlingsheim Liliensteinstraße gespendet.

November 2014

Jugendhilfe

Nicht nur, aber eben auch in Grünau, nehmen Verhaltensstörungen und psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen drastisch zu. Der Arbeitskreis Grünau sieht die Jugendhilfe am Rande der leistbaren Hilfe und fordert eine öffentliche Diskussion zum Thema.

Oktober 2014

Kooperation

Im Rahmen einer Ausstellung zum Thema Filmgeschichte im Alle Center entsteht in Zusammenarbeit mit eben diesem ein Stück der besonderen Art: Im Wechsel sind Filmausschnitte auf der Leinwand und quasi „in echt“ und theatral zu sehen. Es entsteht eine wunderbare Revue, die einen mitnimmt auf die Reise durch 100 Jahre Filmgeschichte.

Das Grün-As schreibt: Grandios die Umsetzung der Psycho-Schlussszene, belustigend echt die Verfolgungsjagd in Stummfilmmanier, bewegend die finale Umarmung aus „Forrest Gump“ […] Damit haben die Initiatoren der Veranstaltung bewusst oder unbewusst Kinogeschichte nicht nur visuell sondern auch atmosphärisch erlebbar gemacht. […] Cineplex und Theatrium – play it again.

September 2014

Pantomime

Das Theatrium bietet erstmals ein Jugendtheaterprojekt an, welches sich mit der Pantomime beschäftigt. Es soll ein „stummes Stück“ entstehen, welches den Zuschauer ebenso fesselt, wie eines mit Sprache. Dass das geht beweist die Gruppe unter der Leitung von Anne Buntemann zu ihrer Premiere im April 2015

September 2013

Finanzen

Es bleibt nach wie vor spannend. Im Juli wurde publik, dass die Stadt für das Jahr 2014 drastische Sparmaßnahmen plant. Alle Dezernate wurden dazu aufgefordert, ihre Ausgaben um 10% zu kürzen. Sollte davon auch das Budget der Kinder- und Jugendförderung , sowie der Kulturetat betroffen sein, würde das den drastischsten Einschnitt aller Zeiten bedeuten und für viele Träger, Angebote und Projekte existenzielle Folgen haben. Bis jetzt ist unklar, ob und in welchem Umfang einzelne Träger betroffen sein werden. Sollte jeder einzelne Träger 10% weniger erhalten, als im letzten Jahr, so würde das für das Theatrium eine Kürzung in Höhe der Mittel, die für eine Theaterpädagogen-Stelle nötig sind, bedeuten. Die endgültige Entscheidung über die Höhe der Fördersumme und der eventuellen Kürzungen fällt frühestens Mitte Dezember.

15/02/2013

Im letzten Augenblick

Das Stück „Im letzten Augenblick“ räumt beim Jugendkunstpreis gleich doppelt ab: Sowohl den Publikumspreis, als auch den Sonderpreis für eine besondere Gruppenleistung können die Projektbeteiligten mit nach Hause nehmen

17/02/2013

Spende

Miss Mandy Cleenex besucht die letzte Vorstellung des Stückes „Muttermord“ und hat einen großen Scheck im Handtäschchen. Gemeinsam mit Regisseur Falko Köpp und Mitspieler Christoph Graebel möchte sie die Einnahmen, die durch die Aufführung von Else Buschheuers „Ruf! Mich! An!“ zusammengekommen sind, dem Haus spenden. Nach Abzug aller Unkosten sind das 750€ und Mandy gibt sie gerne, denn: „Da gehört diese Kohle hin. Junge Leute können damit Theater machen. Ich kann das beurteilen, denn wenn man so will, begann meine Karriere ja vor etwa 15 Jahren in diesem Haus.“

November 2012

Finanzen

Die Finanzierung steht nach wie vor auf wackligen Füßen. Wenn für das Jahr 2013 ebenso viele Mittel zur Verfügung gestellt werden, wie für 2012, so können alle Mitarbeiter nur bis April 2012 bezahlt werden. Danach wären nur noch 3 1/2 Stellen finanziert, was zwangsläufig zur Schließung des Hauses führen würde.

09-11/11/2012

Workshop

Das Theatrium bietet erstmals in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Amateurtheater eine Werkstatt für Spielleiter von Kinder-, Jugend- und Schultheater an.

16/06/2012

Finanzen

Dank einer Spende von der Sparda-Bank in Höhe von 10.000€ ist die Arbeit des Theaters bis zum Ende des Jahres gesichert. Weiterhin unklar bleibt jedoch, wie es ab 2013 weitergehen soll.

29/02/12

Finanzen

Die Stadt Leipzig bekennt sich zum Theatrium und stellt weitere Mittel zur Verfügung, so dass das Haus auch nach dem Wegfall der geförderten Arbeitsstellen in Betrieb bleiben kann. Kultur- und Jugendamt gewähren einen Zuschuss von 23.000€, somit können drei der Theaterpädagogen fest angestellt werden.

10/12/11

"Casablanca - Das Musical

erhielt den erstmals ausgelobten Publikumspreis beim achten landesweiten Wettbewerb um den Jugendkunstpreis. Die Preisvergabe fand im Leipziger LOFFT in Kooperation mit dem Theater der Jungen unter dem Motto "Herzklopfen" statt.

Beate Roch: "Wir haben zwar in diesem Jahr nicht den Jugendkunstpreis in der Sparte Theater gewonnen, aber den Publikumspreis. Wenn man berechnet, dass etwa 200 Zuschauer abgestimmt haben, und die Mehrheit uns ihre Stimme gegeben hat - ein Publikum, das Tanz, Theater, bildende Kunst, Literatur und Video vertrat - dann können wir doch schon verdammt stolz auf uns sein! Wir arbeiten ja zur Zeit mit rund 95 Kindern und Jugendlichen in unserem neuen Haus, das sind rund 40 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Dass wir nicht nur Quantität produzieren, sondern auch qualitativ gute Arbeit leisten, zeigt zum Beispiel dieser Preis."

01/12/11

neues Theatrium

rund 42 Prozent mehr Zuschauer → also 4.900 Besucher

Riesenzulauf an Projektbeteiligten und Zuschauern die Zusammensetzung der Projekte hat sich geändert (u. a. auch Förderschüler, Kinder mit ADHS)

13/10/11

Architekturpreis der Stadt Leipzig zur Förderung der Baukultur: das neue Theatrium war zwar kein Hauptpreisträger, erhielt dafür aber "den kleinen Preis des Lobes" Gleichzeitig zeichnete die vom Auslober unabhängige Jury mit ihrer lobenden Erwähnung den Verein als Träger des Theatriums, das Kulturamt der Stadt Leipzig als Bauherrn und die Architekten für ein nachahmenswertes, gelungenes Projekt aus.

Begründung: "Der Neubau für Foyer und Saal des "Theatrium" schafft zusammen mit dem Umbau des ehemaligen Postamts für die notwendigen Nebenräume mit geringem baulichen Aufwand optimale Bedingungen für die offenen Theaterprojekte der Vereins "GroßstadtKINDER e. V." . Die einfach und prägnante Ausführung entspricht der kulturellen und sozialen Nutzung für ein kleines Theater von und mit Kindern und Jugendlichen. Das ästhetische und das energetische Konzept überzeugen."

"Der derzeitige Stand der Diskussion in der Bundesregierung zum Gesetz der Abschaffung von AGH und ABM und das Auslaufen der Kommunal-Kombi-Maßnahmen sowie (wenn das Gesetz so beschlossen wird) keinerlei Einrichtung von neuen Maßnahmen des 2. Arbeitsmarktes wird daz führen, dass das Theatrium ab August 2012 von derzeit 10 Beschäftigten nur noch 4 über kommunale Fördermittel und Eigenmittel bezahlen kann. Der gesamte Arbeitszeitbedarf des Theatrium wird seit Jahren zu über 60 Prozent von Honorarkräften, durch KoKo-Maßnahmen oder AGH und Ehrenamtliche Tätigkeit abgedeckt. (...) Der Wegfall von sechs Stellen würde unweigerlich zur Schließung des Hauses führen, wenn die nun bei der Stadt beantragten Stellen ab September 2012 nicht bewilligt und auch finanziert werden."

Beate Roch erwartet von den Stadträten, Dezernenten und Oberbürgermeister, "dass sie den tatsächlichen Bedarf der betroffenen Einrichtungen ermitteln und diese zur finanziellen Planungsgrundlage machen, um die notwendigen Mittel, die ein seriöses Haushalten der Träger garantieren und damit die Schließung der Einrichtungen verhindern würden, in den städtischen Haushalt einzustellen." Beate Roch: "Mit weniger Fördermitteln wären unsere Vorhaben nicht umzusetzen - und das Neue Theatrium eine bestausgestattete Investruine."

14/09/11

Finanzen

der Stellenplan des Theatriums weist 10 Stellen aus - inklusive Leitung, Verwaltung und der Technik - sechs davon sind KoKo- und AGH-Stellen → nach dieser Spielzeit kann es sein, dass bis zu sechs Mitarbeiter das Haus verlassen müssen

AGH-Stellen und Kommunal-Kombi-Maßnahmen laufen Ende des Jahres 2011 aus → das Theatrium wendet sich mit einem Offenen Brief an die Stadtratsfraktion: gibt erste Hintergrundinformationen über die Situation, die im Laufe 2012 und vor allem 2013 die meisten Freien Träger der Jugendhilfe in Leipzig sowie zahlreiche andere freie Träger der Sozialen Arbeit, Kulturinitiativen und weitere Einrichtungen betreffen

01/09/11

es gibt nun drei Theaterwerkstätten für Stückeschreiber, das Marketing und für Leute, die sich für Kostüm und Maske interessieren

Kinder und Jugendliche können selbst Theatertexte schreiben und diese dramaturgisch bearbeiten / Bühnenbilder, Requisiten und Kostüme selbst entwerfen und fertigen / Plakatideen und Programmheft-Texte entwickeln und grafisch umsetzen → erstmals können sich so Leute an der Theaterprojektarbeit beteiligen, ohne selbst auf der Bühne zu stehen

23/01/11

Talente-Abend "In dir steckt ein Star! ? und wir holen dich wieder raus"

die Kabarettistin Carolin Fischer lädt zusammen mit dem Pianisten Enrico Wirth Nachwuchstalente ein, sich auf der "Bühne" vor dem Tresen des Schiller-Caf?s auszuprobieren → bis zu fünf Nachwuchskünstler pro Abend sind angedacht und bekommen dann zehn bis zwölf Minuten Zeit, ihr Können darzubieten → der beste Darsteller wird vom Publikum gewählt → weitere Shows folgen im März und Mai

der Erlös der Veranstaltung wird dem Theatrium gespendet → das Haus hat keine Mittel, um das Personal zu bezahlen (nach Berechnungen fehlen 2011 rund 27.000 Euro, um die von der Stadtverwaltung befürwortete neue Hauskonzeption umzusetzen)

06/12/10

"Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"

erste Premiere im neuen Theatrium → Beginn des Spielbetriebs

05/12/10

offizielle Eröffnung des neuen Theatriums

ab 13 Uhr Tag der offenen Tür mit öffentlicher Generalprobe des Weihnachtsmärchens "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"

die Zusammenarbeit mit dem Architekten Tom Hobusch verlief fantastisch → Beate Roch: "Er hat mit großem Aufwand und viel Liebe unsere Vorstellungen berücksichtig. (...) Wenn die wichtigsten Arbeiten überstanden sind, werden wir diesen Traum genießen können."

die Großstadtkinder wurden aus dem Bereich "Darstellende Kunst" in das neu installierte Ressort "Kulturelle Bildung" übertragen → Kulturamtsleiterin Susanne Kucharski-Huniat: "Diese steht bei uns ganz oben - und der Verein Großstadtkinder ist ein Vorzeige-Beispiel."

es gibt nun einen Saal mit 80 festen und 19 variablen Plätzen, ein einladendes Foyer, zwei große Proberäume sowie getrennte Garderoben für Mädchen und Jungen, zwei Büros, eine Teeküche und eigene Räume für Fundus und Werkstatt

die Großstadtkinder haben ein Zuhause gefunden, das ganz sicher nicht mehr verlassen und kalt ist, sondern herzlich und warm → Marko Wiesner ist sich sicher, dass "die Kinder die Liebe und den Charme des alten Hauses in die neuen Räume mitbringen"

für den städtischen Neubau gab es 691.000 Euro Finanzhilfen aus dem Bund-Länder-Programm und einen städtischen Eigenanteil von 299.000 Euro

Beate Roch: "Auch wenn nicht alles perfekt ist, einiges Mobiliar fehlt und die Fassade erst gestrichen werden kann, wenn das Wetter es erlaubt - die neuen Arbeitsbedingungen bieten sowohl für Schauspieler und Projektmitarbeiter als auch für die derzeit 55 Kinder und Jugendlichen hervorragende Voraussetzungen für die sozial-integrative Arbeit."

Oberbürgermeister Burkhard Jung hält die Eröffnungsrede und ist sichtlich beeindruckt: "Das war ein furioser Auftakt. Dieses Theater ist ein Projekt zur Menschenbildung, und ich freue mich auf glänzende Inszenierungen und tolle Stücke."

in der Toilette sitzen zwei Kinder auf dem Boden und üben, im Probenraum findet Impro-Theater statt, in der Maske werden Tier-Fratzen auf Gesichter gemalt → mit einer kurzen Inszenierung wird die Bühne eingeweiht → das Musikkabarett "Wunderkind" tritt auf und all die Organisatoren und Helfer feiern und tanzen bis in die Nacht

27/11/10

Wiedereröffnung Neues Theatrium

nicht-öffentliche Einweihung des neuen Theaterhauses → die neue Spielstätte des Grünauer Großstadtkindervereins in der Alten Salzstraße 59 konnte gemeinsam mit OBM Burkhard Jung, Förderern, Schauspielern und Freunden um 17 Uhr offiziell eröffnet werden

Sandra von Holn wurde 1975 in Hannover geboren → sie ist Schauspielerin, Sängerin, Regisseurin und Theaterpädagogin → 1996 zog sie für das Gesangs-, Tanz- und Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater nach Leipzig, welches sie 2002 abschloss → Regieerfahrung sammelte von Holn im Dresdner "Spielbrett"-Ensemble → in den vergangenen Jahren hatte sie Engagements in Erfurt, Dessau, Dresden und Zwickau

Sandra von Holns neue Aufgabe steht in einem besonderen sozialen Kontext → Sandra von Holn: "Trotz oder gerade wegen dieses Hintergrundes werde ich nicht die Theaterpädagogin rauskehren. Ich will den Kindern und Jugendlichen Spaß vermitteln, ihre Kreativität kitzeln. In meiner Arbeit stelle ich gern die Sinnfrage, aber sie steht nicht über allem. Ich vermische gern Genres und mag Persiflagen."

01/10/10

Personalia

Sandra von Holn wird neue künstlerische Leiterin am Theatrium

wird die Nachfolgerin von Larsen Sechert ? dieser gab seinen Posten zu Gunsten des Knalltheaters ab

07/09/10

das Rathaus gibt knapp 200.000 Euro mehr als geplantfür die Anschaffung zusätzlichen Inventars frei Kulturamtschefin Susanne Kucharski-Huniak: "Durch die Erhöhung der Fördermittelquote des Amtes für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung können 194.000 Euro aus frei gewordenem städtischen Anteil an der Baumaßnahme für die Theatriums-Ausstattung eingesetzt werden." Allen Beteiligten sei bewusst, "dass für die Betreibung höhere Aufwendungen anfallen werden. Das Jugend- und das Kulturamt werden sich über die Förderung des Vereins miteinander abstimmen."

das Projekt bekam zwischenzeitlich 194.000 Euro mehr staatliche Baufördermittel → aber die Kommune kürzt ihren Anteil nicht um diese Summe, sondern lässt ihn in neue Ton-, Licht-, Bühnen- und IT-Technik investieren

19/08/10

Richtfest am Neuen Theatrium

der Neubau wird seit Februar 2010 bis Dezember 2010 errichtet

die Gesamtkosten für das Bauvorhaben des Kulturamtes betragen 990.000 Euro,die jetzt mit der Bereitstellung von rund 594.000 Euro Fördermittel durch das Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW) aus dem Programm "Soziale Stadt" sicher finanziert werden können

12/04/10

Baustart für die neuenSpielstätte des Theatriums in Grünau

im Zuge der Erarbeitung der "Entwicklungsstrategie Grünau 2020" im Dezernat Stadtentwicklung und Bau und vor dem Hintergrund der Aufnahme in das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" ergaben sich neue Möglichkeiten sowohl für eine Standortsuche als auch für die Finanzierung dafür notwendiger Baumaßnahmen → nach intensiver Prüfung verschiedener Varianten wurde gemeinsam mit dem Verein Großstadtkinder die Entscheidung zu Gunsten des Standortes im WK 2 und für ein Gesamtkonzept "Junge Alte Salzstraße" getroffen

die Alte Salzstraße soll zusammen mit Skaterhalle, Montessori-Schule und Synergien zu einer "Jungen" Salzstraße werden

am neuen Spielort und barrierefrei zugänglichen Neubau entstehen ein Saal mit 99 Sitzplätzen, dazu Foyer, Büros, Fundusräume und Regieraum, das alte Postgebäude nebenan werden Probenräume, Werkstatt und Requisitenfundus → räumlich und einrichtungstechnisch wird es an nichts fehlen

die ehemalige Post im Osten von Grünau wird um einen Anbau ergänzt → Gesamtfläche von 695 Quadratmetern

01/09/09

Immobilie

der Verwaltungsausschuss der Stadt will im Oktober 2009 darüber entscheiden, ob das ehemalige Postamt in der Alten Salzstraße 59 im Grünauer Wohnkomplex (WK) 2 die neue Spielstätte des Theatriums wird → der Aus- und Erweiterungsbau des 1984 errichteten Plattenbaus soll 990.000 Euro kosten, 400.000 Euro davon kommen aus dem Bund-Länder-Programm Soziale Stadt, mehr als die Hälfte der Baukosten trägt die Stadt → insgesamt rund 1,2 Millionen Euro

der eingeschossige Plattenbau wurde 1984 errichtet und stand sechs Jahre leer → dem privaten Eigentümer will die Stadt 99.500 Euro zahlen → dieser hatte die Immobilie 2005 für 15.500 Euro ersteigert und bereits diverse Umbauten vorgenommen → im Dezember 2009 sollen die Arbeiten beginnen und die Fertigstellung ist für November 2010 geplant

28/08/09

"Theatre noir"

bei der Premierenfeier von "Theatre noir" randalierten gegen 21.30 Uhr drei betrunkene Jugendliche → Beate Roch: "Das waren drei sturzbetrunkene Typen, die offenbar zu allem bereit waren. Sie brüllten Schimpfworte, sprangen gegen den Briefkasten, schleuderten Bierflaschen und einen Aufsteller ins Foyer, zerstörten unsere Fotowand." → darüber hinaus wurde ein 20jähriger Zuschauer von den drei Randalierern brutal zusammen geschlagen → er erleidet einen Nasenbruch und muss in die Uni-Klinik gefahren werden → Beate Roch: "Wir sind seit 14 Jahren hier, aber eine solche Gewalt haben wir noch nie erlebt." (allerdings habe es immer wieder Bedrohungen von Rechtsextremen gegeben)

keine Glanzleistung der Polizei: auf das Eintreffen der Uniformierten müssen die Mitarbeiten, jugendlichen Darsteller und Premierengäste eine Dreiviertelstunde warten → eine halbe Stunde nach dem ersten Notruf hängt Geschäftsführerin Beate Roch fünf Minuten in der Warteschleife → nach der Schließung des Grünauer Polizeireviers müssen die Kollegen aus West kommen, diesmal sogar aus dem Revier Südwest in der Richard-Lehmann-Straße: "Wir sind ja nicht von hier, das findet man ja kaum. Sie können sich ja beschweren, beim Polizeipräsidenten, der Landesregierung, den Abgeordneten." → eine Dienstaufsichtsbeschwerde wurde eingereicht

Jury: "Alle Projekte regen Spieler und Zuschauer gleichermaßen an, im sozial brodelnden Umfeld einer 70.000 Einwohner zählenden Plattenbauvorstadt konkrete Lebensrealität zu hinterfragen, sich gegen Gleichgültigkeit und rechts in der Gesellschaft zu formieren, Kultur zu leben und zu erleben."

Beate Roch: "Wenn die Leute erstmal bei uns sind, ist alles draußen vergessen. Ringsherum blüht das Unkraut, der Block der Gestrauchelten ist abgerissen - und wir versuchen?s mit Gemütlichkeit, Intimität und Flair. Ein kleines Zuhause, ein Theater, das den Jugendlichen gehört."

nach Ansicht der Jury hätten auch die Stücke "Der Elastikmann" (Monolog von Markus Reichenbach) und "Mama, mir geht es gut.." (Kinderprojekt von Kathrin Großmann) eine Auszeichnung verdient, aber so etwas sehen die Regularien nicht vor

für die 3.000 Euro Preisgeld können nun für Projekte und das Weihnachtsmärchen professionelle Bühnenbildner ans Haus geholt werden → Beate Roch: "Wir haben niemals an der Arbeit oder den Projekten herumgestrichen, eher an der Entlohnung der Enthusiasten."

01/05/09

"Macbeth"

Sächsischer Amateurtheaterpreis in der Kulturfabrik Hoyerwerda bei den 11. Sächsischen Amateurtheatertagen (SATT) für "Macbeth" von Larsen Sechert als beste Inszenierung→ 3.000 Euro Preisgeld (Der Sächsische Amateurtheater-Preis ist der erste dotierte Preis für nichtprofessionelles Theater eines deutschen Bundeslandes.)

den 14 Nachwuchsschauspielern gelinge "eine überzeugende Fassung und eigene Sicht des vielfach gespielten Stücks" → darüber hinaus werden die Theatermacher generell für ihre Arbeit gelobt → Beate Roch: "Wir sind sehr stolz - auf den Preis für Macbeth, aber vor allem darauf, dass mit der Laudatio die Gesamtleistung unseres Hauses hoch eingeschätzt wird."

08/06/09

"Ein Quantum Toast"

1. Platz Jugendkunstpreis im Bereich Darstellende Kunst für das Jugendtheaterprojekt → Thema "WIR.tuell" (Virtualität als Teil einer Entfremdung der Menschen untereinander) (Inhalt: fünf junge Frauen werden in einer Parallelwelt sich ihrer Probleme und Sehnsüchte bewusst)

Begründung der Jury: Die Gruppe unter der Leitung von Viola Kowski hat ihr Stück selbst entwickelt. Der Beitrag bestach durch eine hohe künstlerische Qualität in der Umsetzung: Es wurden poetische Bilder für die Wandlungsprozesse der Figuren gefunden. Alle Spielerinnen überzeugten durch eine starke körperliche Ausdruckskraft und ein wunderbares Zusammenspiel in der Gruppe. Musik, Choreografie und Spiel bildeten eine kongeniale Einheit.

01/09/08

Zusammenfassung

seit 1996 hat das Theatrium 62 Projekte auf die Beine und 53 Inszenierungen auf die Bühne gestellt, 80.400 Zuschauer kamen und 600 Kinder und Jugendliche machten mit → ein immer wieder neu erkämpftes Theaterwunder im mit Kultureinrichtungen nicht unbedingt überversorgten Grünau

seit 1999 wartet das Theatrium auf eine neue Immobilie → die Verhandlungen für den Ankauf einer Immobilie in der Alten Salzstraße stocken, obwohl der Stadtrat schon vor über einem Jahr den Ankauf einer Immobilie für das Theatrium inklusive dessen Finanzierung beschlossen hat

Beate Roch: "Da fragen wir uns doch, wer in welchem Amt für die Kaufverhandlungen zuständig ist und warum diese bis heute nicht abgeschlossen sind. Ist es Dummheit, Faulheit, Schlamperei, Borniertheit oder bewusste Verzögerung→"

01/09/08

Immobilie

der neuen theaterpädagogischen Werkstatt des Schauspiels Leipzig, dem Spinnwerk, werden 700 Quadratmeter in Halle 18 auf dem Spinnereigelände zur Verfügung gestellt → das Spinnwerk-Team mit einer fest angestellten Pädagogin, zwei Praktikanten und 15 größtenteils studentische Mitarbeiter sollen den neu formulierten theaterpädagoschen Anspruch des Schauspiels Leipzig umsetzen

sorgt für Irritation im Theatrium Grünau: es bräuchte dringend ein dichtes Dach, vernüftige Garderoben und Fenster, die nicht mit Brettern vernagelt werden müssen, um vor Einrüchen zu schützen → Kulturarbeit in einer Dauerkatastrophe

vermutete Kosten für das Projekt: 525.000 Euro → der größte Teil davon stammt aus den Förderprogrammen Soziale Stadt und Stadtumbau Ost, 95.000 Euro kommen aus dem Topf, den die Treuhandliegenschaftsgesellschaft für Flächentausch am Feinkost-Areal zahlte, den Rest bringt das Jugendamt auf

die Liegenschaft in der Miltitzer Allee gehört dem Bund

ein Umzug in die "Völkrfreundschaft" wurde vom Jugendamt als Notlösung vorgeschlagen, bringt aber vielfältige Einschränkungen für alle Beteiligten: für das Theatrium, dem offenen Treff in der "Völle", für viele Grünauer Vereine und Initiativen

Abteilungsleister Thomas Schmidt vom Jugendamt: "Das Theatrium in der Alten Salzstraße ist eindeutig die bessere Lösung. Wir hatten die Völkerfreundschaft lediglich als Variante vorgeschlagen, weil alle vorherigen Bemühungen stets in einer Sackgasse endeten."

01/12/07

Immobilie

der geplante Umzug des Kinders- und Jugendtheaters in die "Völkerfreundschaft" ist vom Tisch → dafür sollen ehemalige Gewerberäume in der Alten Salzstraße genutzt werden

Beate Roch: "Einen zweiten Winter schaffen wir in unserem jetzigen Domizil nicht mehr. Um eine dauerhafte vernünftige Lösung zu finden, halten wir durch."

23/06/07

"Auszeit - bitte stören!"

Aufführung in der vierten Etage eines Abrisshauses in der Jupiterstraße 39 in Grünau-Nord → Gemeinschaftsprojekt vom mehreren Grünauer Vereinen unter der Leitung des Theatriums sowie Arena, Mobile Jugendarbeit, KIJU und Schulsozis

der Schauplatz wird zum imaginären Hotel mit Installationen, Performances, Sketchen und Geschichten

in der benachbarten ungesicherten Immobilie des Bundesvermögensamtes wurden Waschbecken zertrümmert und alle Wasserhähne geklaut → der leer stehenden Laden stand ebenso innerhalb kürzester Zeit unter Wasser wie der zum Theatrium gehörende Keller

Beate Roch: "Wir wollen nun beantragen, dass wir wenigstens keine Miete zahlen müssen. Denn wir brauchen das Geld für die Reperaturen."

01/04/07

Immobilie

bereits zum vierten Mal wurden Türen und Fenster zertrümmert, die Einrichtung des Theatriums verwüstet

Beate Roch: "Kreative künstlerische Arbeit ist derzeit in unserem Hause kaum möglich."

anschließend wurde mit einem relativ zügigem Umzug der Spielstätte gerechnet, dem schnellen Auszug aus der abrissreifen Platte

bautechnische Mängel, beengte Räumlichkeiten und ungenügende sanitäre Anlagen sind für Zuschauer wie Mitwirkende unzumutbar

01/02/07

die großflächigen Fenster der Fundusräume der Einrichtung wurden verwüstet sowie die EIngangstür beschädigt → bereits mehrfach wurden die Fenster eingeschlagen, Türen und die Theatrium-Werbung zertrümmert sowie die Wände mit Graffiti verunstaltet Beate Roch: "Es zeigt sich eine Zerstörungswut unter Jugendlichen, mit der wir so nicht gerechnet haben. Dass mit dem Abbruch der gegenüberliegenden 14-Geschosser einiges an Lärm und Dreck auf uns zu kommt, damit haben wir gerechnet. Dass wir aber bereits vor dem Abriss zum Freiwild erklärt werden und kaum noch vernünftig arbeiten können, haben wir allerdings nicht erwartet."

mühsam mussten die Mitarbeiter Requisiten, Kostüme und Dekoration von Glasscherben sowie Dreck befreien und einsortieren → Anzeige gegen Unbekannt wurde erstattet → das Theatrium-Team reagierte mit dem Projekt "Mobile Schutzkunst" und sicherte das Theatrium mit Spanplatten, die mit theatrium-typischen Motiven besprüht werden, als Schutz vor Randalierern und gefrusteten Jugendlichen (geplant war, die einzelnen mit Graffiti gestalteten Platten als Kunstgegenstände mit an die neue Spielstätte zu nehmen → doch daraus wurde nichts: später war das Holz gerissen, die Farbe abgeblättert und wild übersprüht, die Leuchtreklame zertrümmert)

01/01/07

"Hinter sieben Schlössern / Der kleine Erlkönig"

Aufführung von jungen Patienten des Maßregelvollzugs am St.-Georg-Krankenhaus → jeder der 20- bis 30-jährigen Darsteller hat eine kriminelle Vergangenheit (Diebstahl, Raub, Tötungsdelikte), sie sind alle Wiederholungstäter, meist in Verbindung mit Drogen und verbüßen ihre Haft als Therapie in der Klinik → in monatelanger Arbeit entstand ein Märchen, dass spritzig und charmant von ängsten und Sehnsüchten erzählt und ganz nebenher Ausdauer, Teamfähigkeit und Selbstbewusstsein schulte

ein Teilnehmer: "Die Therapie ist ansonsten wirklich harte Arbeit, aber hier konnte ich meine Fantasie ausleben und meine Stärken und Schwächen kennenlernen." → die Patienten vertrauen auf der Bühne ihrem Humor und ihrer Verwandlungskunst

27/11/06

der großstadtKINDER e. V. erhält eine Spende von jeweils 1.000 Euro vom Accor Club der Business Perlen sowie von Karstadt → das Geld soll vor allem für den möglichen Umzug des Theatriums verwendet werden

(als neues Domizil war der Grünauer Freizeittreff Völkerfreundschaft im Gespräch)

23/09/06

Teilnahme des Theatrium-Teams "Dünamo Rampensau" am 17. naTo-Cup auf der Festwiese Leipzig

Personalia

die Stadt bezahlt drei feste Stellen: eine halbe für den künstlerischen Leiter Larsen Sechert, eine halbe für den Projektorganisator Erik Hofmann, einen Techniker und die Geschäftsführerin Beate Roch

hinzu kommen vier ABM (deren Verlängerung ist wegen der Haushaltssperre ungewiss)

Stimmen zum Jubiläum

Michael Koelsch (Vorsitzender des Kulturausschusses): "Der Großstadtkinder e. V. sorgt in einem sozial schwierigen Umfeld dafür, dass junge Menschen an Kultur heran geführt werden. Der Verein wird weiter höchste Förderpriorität genießen." Siegfried Haller (Jugendamtsleiter): "Seit 1999 gehört der Großstadtkinder e. V. zu den anerkannten freien Trägern der Jugendhilfe - ein aktiver und verlässlicher Partner. Die Fachkollegen schätzen den Verein als beispielhaftes Jugendprojekt, das zielgruppenorientiert auf hohem fachlichen Niveau arbeitet, die Jugendlichen fordert und fördert. Sie erleben hier Mitbestimmung, Integration, Entwicklung und Stärkung von Selbstbewusstsein."

Christin Range (Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung Sachsen, LKJ): "Die Großstadtkinder haben viel gekämpft, nie den Mut verloren, fantastische Stücke inszeniert. Sie leisten großartige pädagogische Arbeit mit den jungen Darstellern. Und sie sind ein starker Partner für die Zusammenarbeit im Freiwilligen Sozialen Jahr Kultur. Dafür sind wir sehr dankbar." Susanne Kucharski-Huniat (Kulturamtsleiterin): "Von Beginn an überzeugte das Konzept des Vereins, neben der sozialen und kulturellen Jugendarbeit vor allem Theaterinszenierungen für und mit Kindern und Jugendlichen zu erarbeiten. Die Großstadtkinder sind nicht nur aus Grünau, sondern aus ganz Leipzig nicht mehr wegzudenken. Dieses praxisorientierte Projekt ist mit seiner Herangehensweise für Leipzig modellhaft und einzigartig."

"Te(e)n Days oder geträumt wird später"

Premiere zum Jubiläum → ein Szenen-Medley mit ingesamt 62 Akteuren schillert als Beispiel für die fantastische, identitätsstiftende Arbeit von und mit hochmotivierten Jugendlichen

in drei Stunden haben Tilo Esche, Larsen Sechert, Ivo Hubbuch, Kathrin Großmann und Katharina Bretschneider einen Trip durch zehn Jahre Theatrium gepackt

Zusammenfassung

Fazit aus zehn Jahren: 50 Kinder- und Jugendtheaterprojekte, 43 Inszenierungen für Kinder und Jugendliche, seit 1996 etwa 70.000 Zuschauer bei einer Saalkapazität von 65 Plätzen, rund 400 Mitstreiter vor und hinter der Bühne

7.-13. 09/2006

das Theatrium feiert seinen zehnten Geburtstag

opulentes Theater- und Familienfest in einem Zirkuszelt auf der Pferderennbahn am Scheibenholz in Leipzig

ab dem Spätsommer 2006 drohen gleich fünf ABM-Stellen wegzufallen → zwei ABM für Technik müssten ab 1. August verlängert werden, zwei für Schauspieler und eine weitere für einen Projekt-Organisator jeweils ab 1. September

Beate Roch: "Ohne Schauspieler keine Aufführungen."

21/07/06

Immobilie

die bislang vom Theatrium genutzte Immobilie gilt als verschlissen → dabei ist unklar, ob der Saal in der Stuttgarter Allee überhaupt umgebaut wird und das Theatrium umziehen kann, denn der ASW will den Umbau nicht fördern → Jugendamtsleiter Siegfried Haller: "Wenn aber nicht gefördert wird, gibt es auch keinen Umbau aus Eigenmitteln."

Volker Dey (GGG-Präsdient): "Wir haben das Gefühl, dass wir ausgebootet werden. Man kann doch nicht den einzigen Saal dieser Größe weit und breit nur für ein Theater herrichten. Wir brauchen die Veranstaltungen im großen Saal, sonst bricht unsere Jugendarbeit zusammen, steht der Nachwuchs auf der Straße."

26/06/06

"Völle"

Sitzung des Stadtbezirkbeirates Leipzig-West: das Theatrium soll als neuer Hauptnutzer in den Freizeittreff "Völkerfreundschaft" in die Stuttgarter Allee 9 umziehen

alle aktuellen Mieter sollen sich auch künftig hier tummeln können → nur für den "Garnevals Glub" Grünau (GGG) ist dann wohl alles vorbei → Dietmar Pellmann (Stadtrat der Linkspartei): "Wenn das Theatrium in den großen Saal einzieht, muss man prüfen, wo künftig in Grünau Einwohnerversammlungen stattfinden können."

die Einigkeit unter den beteiligten Ämtern hat Risse bekommen: Kultur- und Jugendamt gehen von einer soliden, langfristigen Lösung aus ? Karsten Gerkens vom ASW meldet Bedenken an: "Eine Unterbringung des Theatriums in der Völkerfreundschaft eignet sich nicht als Dauerzustand, die Interessen der ansässigen Vereine und die der Theatermacher würden kollidieren." ? "...die Völle kann nur ein Provisorium sein und dafür gibt das ASW kein Geld."

Amtsleiter Karsten Gerkens vom ASW will "den Kernbereich Grünaus deutlich aufwerten, zukunftsfähig und attraktiver für Investoren machen" ? "Das Theatrium ist für Grünau sehr wichtig und Image-fördernd. Gerade deshalb ist uns eine räumliche Dauerlösung ja so wichtig."

01/06/06

"Völle"

das Jugendamt stellt einen dreistelligen Betrag für einen Umbau des Jugendfreizeitzentrums "Völkerfreundschaft" (genannt "Die Völle") bereit → Kulturamtsleiterin Susanne Kucharski-Huniat und Jugendamtssprecherin Brigitte Blattmann: "Wir favorisieren sie weiterhin als neuen Theatriums-Sitz."

Beate Roch: "Wir haben einen Umbau-Grundriss erstellt, der für uns optimale Bedingungen bringen und die anderen Vereinstätigkeiten und Jugendangebote im Haus nicht beeinträchtigen würde. Mit dem Karnevalsverein kann man unproblematisch aushandeln, wann er die Bühne für seine Veranstaltungen braucht."

Zusammenfassung

50 Projekte mit Kindern und Jugendlichen sowie 43 professionelle Inszenierungen wurden von etwa 70.000 kleinen und großen Zuschauern gesehen (und das bei einem Saal mit 65 Plätzen!)

17/02/06

Immobilie

Vertreter von Kulturamt, Jugendamt und Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW) berieten über die Zukunft des Theatriums Konsens: der GroßstadtKINDER e. V. verdient eine bessere Spielstätte als die an der Miltitzer Allee, jenes mühsam zusammengehaltene Sammelsurium aus Baumängeln und Platznot Vorschlag: Umzug in das Gebäude der Völkerfreundschaft ("Völle") in der Stuttgarter Allee (Vorteile: mehr Platz, zentrale Grünauer Lage)

Gelder für den mit 350.000 Euro veranschlagten Umbau kämen von Jugendamt und ASW → als Umzugs-Zeitrahmen wurde der Herbst oder Winter 2007 geplant

1-10/09/2006

die Leipziger Kabarettgruppe "academixer" unterstützt zusammen mit der Firma Getränke Staude das Theatrium, in dem das Theatrium von jeder verkauften Eintrittskarte zehn Cent erhält

(am 10. September 2006 feierten die academixer ihren 40. Jahrestag)

01/12/05

Finanzen

das Theatrium mit seinen zurzeit acht festen Mitarbeitern bekommt rund 240.000 Euro Förderung von Jugend-, Kultur- und Arbeitsamt

Larsen Sechert: "Wir haben den Freiraum und die Zeit, wofür letztendlich subventionierte Theater keine Zeit haben. Wir wollen den Kindern und Jugendlichen nicht irgendwas aufdrücken, sondern mit ihnen zusammen die Inszenierungen entwickeln."

Larsen Sechert ist gebürtiger Hallenser, studierte Theaterwissenschaften, Literatur und Soziologie in Leipzig und hat eine Ausbildung als Clown

01/10/05

Personalia

Larsen Sechert ist neuer künstlerischer Leiter im Theatrium und tritt damit die Nachfolge von Dietmar Voigt an

29/06/05

Preise

für das Projekt "Schul-Zoff" vergab die Theatersparten-Jury den 2. Rang im Ausscheid um den Jugendkunstpreis Sachsen

Jury: "Mit Sicherheit haben die Zuschauer die sachsenweit am besten rezitierten Schiller-Balladen erleben können." → Darüber hinaus lobte die Jury, dass die Serie von Sketchen aus dem Schulalltag genau beobachtet, pointiert und selbstbewusst auf den erhobenen Zeigefinger verzichten kann.

01/11/04

Finanzen

seit seiner Gründung spendete der Leipziger Accor Club der Business Perlen dem großstadtKINDER e. V. exakt 20.637 Euro → ermöglichten eine anteilige Finanzierung der jährlichen Probenlager und dringend nötige Lichttechnik konnte so angeschafft werden

das Theatrium bekam von den bisherigen Treffen der Business Perlen jeweils die Hälfte der Einnahmen

28-31/ 10/2004

Auftritt vom Theatrium mit "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" beim 1. Deutschen Kinder-Theater-Fest in Rudolstadt (Thüringen)

01/05/04

das Theatrium trat mit "Das Herz eines Boxers" auf dem Gesamtrussischen Germanistenkongress in Russland vor 500 Zuschauern auf

01/04/04

vom "Bündnis für Demokratie und Toleranz" für sein zivilgesellschaftliches Engagement ausgezeichent erhielt das Theatrium für zwei Theateraufführungen gegen rechtsextreme Gewalt ("?und dran bist du!" sowie "Rattenfänger oder Mach weg das Nazi") jeweils 2.000 Euro

insgesamt waren 360 Gruppen aus ganz Deutschland an der Ausschreibung beteiligt → insgesamt 89 Projekte wurden ausgezeichnet

01/02/04

Finanzen

jeden Monat werden für Miete, Gehälter, Strom, Telefon, Beiträge für Krankenkassen und vieles mehr rund 16.600 Euro fällig → Jugend- sowie Kulturamt fördern das Theatrium mit rund 10.800 Euro im Monat, den Rest muss der Verein selbst erwirtschaften

die baulich-technische Substanz des Theaters in der Platte ist mehr als marode, eine Sanierung unsinnig teuer

Der Plan, das ehemalige ärztezentrum in der Brackestraße zu beleben, scheiterte ebenso am Finanziellen wie das Vorhaben, eine der ausgedienten Trafostationen umzunutzen, die den Stadtwerken gehören.

01/07/03

Immobilie

durch das marode Dach oder zerschlissene Rücklaufventile wurden Wasserschäden im Kostümzimmer verursacht, die mit Stoffbahnen verdeckt wurden → im Klo schmatzt das Wasser aus undichten Rohren, die Belüftung hat sich schon längst verabschiedet, eine Fensterfront wurde zugenagelt (mit wenig Erfolg: der Regen sickert durch das morsche Holz und unter die Bühne)

Kulturamtsleiterin Susanne Kucharski-Huniat: "Wir haben das Dach schon mehrere Male flicken lassen. Doch Geld für eine Sanierung ins Objekt zu stecken, lohnt sich nicht - zumal ja ein neues Domizil fürs Theatrium gefunden werden soll.Wir wissen um die Bedeutung des Theatriums und schätzen dessen qualitativ hohe Arbeit, deshalb sind wir bemüht, eine neue Spielstätte zu finden."

01/06/03

"Till Oi!lenspiegel"

das Theatrium nahm mit dem Jugendtheaterprojekt "Till Oi!lenspiegel" bei den Theatertagen am See in Friedrichshafen (Baden-Württemberg) teil und gewann den Radio-Seefunk-Theaterpreis 2003 in der Sparte Jugendtheater

unter den 30 eingeladenen Gruppen aus verschiedenen Ländern waren die Leipziger das einzige ostdeutsche Jugendtheater

25/06/02

Preise

bundesweiter Preis für Demokratie und Toleranz

06/11/02

großstadtKINDER e. V. erhielt von der Allianz Zweigniederlassung Leipzig eine Spende von 5.000 Euro

01/07/02

etwa 90 Kinder und Jugendliche haben sich für Projektarbeiten eingeschrieben

10/05/02

"Till Oi!lenspiegel"

Koproduktion mit dem Wabe e. V. mit Aufführung im Kanal 28

01/04/02

Personalia

drei Festangestellte, vier ABM-Kräfte und ein junger Mann, der sein kulturelles Jahr im Theatrium absolviert

01/03/02

Personalia

Dietmar Voigt übernimmt die Leitung des Theatriums

Dietmar Voigt ist Regisseur und Schauspieler

24/06/01

Preise

Preis für Zivilcourage der Stadt Leipzig

01/10/01

Finanzen

der Club der Business Perlen spendete dem großstadtKINDER e. V. 4.350 DM

mit über 9.000 DM seit dem Jahresbeginn 2001 unterstützt der Accor-Club der Business Perlen so die Arbeit des Projekts → die Mittel werden vor allem für die Durchführung eines Probenlagers und die dringende Erneuerung defekter Theatertechnik eingesetzt

etwa 60 Kinder und Jugendliche sind in dieser Zeit an Projekten beteiligt

07/09/01

"Forever Young"

Premiere zur Jubiläumsfeier

fünf Vorstellungen mit 55 Beteiligten für jeweils 55 Zuschauer

7.-12. 09/2001

Jubiläum

fünfjähriges Bestehen des Theatriums

Zusammenfassung: bislang gab es 44 Theaterpremieren (davon 19 Kinder- und Jugendtheaterprojekte und 25 Inszenierungen mit Profis), über 600 Vorstellungen, 35 Gastspiel-Aufführungen und zwölf Workshops für über 35.000 Zuschauer

15/08/01

Gegenbesuch von jungen Amateurschauspielern aus Vilnius/Litauen

01/03/01

die großstadtKINDER geben ein Gastspiel in Litauen

23/06/00

Immobilie

seit 2001 verschlechtert sich der Bauzustand der derzeitigen Spielstätte immer mehr und zunehmende Verschlechterung des Umfeldes durch umfangreiche Abbruchmaßnahmen

bis 2005 konnte trotz intensiver gemeinsamer Suche von Kulturamt, Jugendamt und Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung keine geeignete städtische Immobilie gefunden werden, die ohne erheblichen Kostenaufwand für Umbau und Sanierung für eine längerfristige Nutzung durch das Theatrium in Frage gekommen wäre

"Usflug"

erste Inszenierung unter der neuen künstlerischen Leitung von Anette Weber

01/03/00

Personalia

Anette Weber als neue künstlerische Leiterin als Nachfolge von Tilo Esche, der die Leitung des Theaters der Jungen Welt übernimmt

Anette Weber ist 1967 in München geboren, studierte zwischen 1987 und 1994 in Wiesbaden Sozialpädagogik, in Mainz Theaterwissenschaften und ließ sich in Köln und München zur Schauspielerin ausbilden → sie arbeitete an freien Theatern in Wiesbaden und Saarbücken im Rhein-Main-Gebiet

22/06/00

Preise

Jugendkunstpreis für "Erwins Welt oder Egel sind unbrauchbar"

alle zwei Monate organisiert der Club Weiterbildungsveranstaltungen zu verschiedenen Themen, wobei jeweils die Hälfte der Einnahmen dem Theatrium zu Gute kommt

01/12/99

Finanzen

der Accor Club der Business Perlen spendete die Hälfte der Einnahmen jeder Club-Veranstaltung → insgesamt in diesem Jahr 6.700 DM → mit diesem Geld wurde u. a. ein Probenlager auf der Insel Rügen finanziert

der Club der Business Perlen war 1998 unter der Leitung von Eva-Maria Weih gegründet worden → ihm gehören im Geschäfts- und Berufsleben stehende Büromanagerinnen, ärztinnen, Chefassistentinnen, Geschäftsführerinnen, Sekretärinnen und andere Geschäftsfrauen Leipzigs an

11/12/1999

Personalia

Team von drei festen Leuten und fünf ABM-Kräften ? hinzu kommen viele ehrenamtliche Mitarbeiter

21/06/99

der Grünauer Verein großstadtKINDER wird Anerkannter Freier Träger der Jugendhilfe

Personalia

Tilo Esche: künstlerischer Leiter, Regisseur und Schauspieler Beate Roch: koordiniert das Theater vor und hinter der Bühne, produziert mit Redaktion, Layout und Satz den Monatsspielplan-Flyer zweieinhalb Planstellen und vier ABM-Kräfte

Finanzierung: Die Finanzen werden projektbezogen mit Anträgen bei Kultur- und Jugendamt der Stadt, vom Freistaat, Sponsoren und zwei Stiftungen erbeten-

"Die verdorbene Wut"

nach ca. 270 Aufführungen seit der Eröffnung des Hauses, die etwa 16.000 Menschen besucht haben, ist "Die verdorbene Wut" die mittlerweile 18. Premiere

Tilo Esche: "Zwei Jahre Zeit wollten wir uns geben. Wir können sagen, das Theatrium ist angenommen worden, es sind Leute da, die regelmäßig kommen, und viele, die mitmachen wollen. Der Zuspruch ist enorm, und das ist schneller gegangen, als wir es erwartet hatten."

11.-13. 09/1998

Jubiläum

Geburtstagsparty zum zweijährigen Bestehen des Theatriums

Programm: Premiere "Die verdorbene Wut", Gastspiele vom Theater der Jungen Welt und Haus Steinstraße und mehrere Inszenierungen, Auftritt von "Quite A Handful", Kinderliederprogramm, Fussballturnier

27/09/97

"Keine Macht für Negord"

Benefizvorstellung "Keine Macht für Negord", deren Erlös dem Projekt "Drahtseil" zu gute kommt

im "Drahtseil" arbeiten Sozialpädagogen, Erzieher und Psychologen mit Jugendlichen zusammen, die Probleme mit Drogen haben, mit dem Gesetz in Konflikt gekommen oder alkoholabhängig sind → helfen dem Betroffenen bei der Alltagsbewältigung, versuchen Drogenalternativen zu finden und zu einer Therapie zu motivieren

ein neuer Antrag an das Arbeitsamt Leipzig auf eine Stelle für einen künstlerisch-technischen Mitarbeiter wird aus finanziellen Gründen abgelehnt

Fazit

bis zu diesem Zeitpunkt haben ungefähr 3.650 Besucher 24 Vorstellungen von Jugendtheaterprojekten mit erlebt, sowie rund 4.000 Besucher die 90 Profi-Inszenierungen

Finanzierung: Die Vereinsprojekte werden von Jugendamt, Kulturamt und Landesjugendamt, von der Robert-Bosch-Stiftung und der Marion-Ermer-Stiftung gefördert

26.-28. 09/1997

Jubiläum

einjähriges Bestehen des Theatriums in der Miltitzer Allee

Jubiläumsparty mit sieben Vorstellungen, Kinderfest mit Schminken, Liedersingen und viel Musik

20/09/97

"Käthi B."

Benefizvorstellung "Käthi B." zugunsten drogengefährdeter Jugendlicher

diese Aufführung ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen großstadtKINDER e. V. und dem Theater der Jungen Welt → erstmals haben ein kommunaler Theater und ein freier Träger in einer Koproduktion ohne Konkurrenzdenken zusammengearbeitet

die Sommerpause wird genutzt, um gemeinsam mit den an Projekten beteiligten Jugendlichen den "knarrenden" Bühnenraum zu erneuern und dem Caf? frische Farbe zu geben

der Mietvertrag wird um ein weiteres Jahr verlängert

13./14. 07/1997

"Aussteiger"

das Musical (zweites Großprojekt) wird als Präventionsveranstaltung des Gesundheitsamtes (Aidsberatung) im Werk II speziell für Schulen gezeigt

23. - 25. 06/1997

unter dem Thema "Angst-Sucht-Gewalt" werden gemeinsam mit dem Gesundheitsamt der Stadt Leipzig (Drogenreferat) Theaterworkshops mit zwei Grünauer Grundschulklassen sowie Lehrern, Sozialarbeitern und Polizeibeamten durchgeführt

07/06/97

"Käthi B."

Premiere der ersten Gemeinschaftsproduktion zwischen freiem Träger und städtischer Bühne

26./27. 05/1997

Immobilie

sturzbachähnliche Regenfälle ergossen sich über das Flachdach des Theatriums → da das Abflussrohr verstopft war, ergossen sich rund 100 Liter Regenwasser durch das Dach und mussten mit Eimern und Schüsseln aufgefangen werden → Requisiten und Kostüme wurden in Mitleidenschaft gezogen, der Proben- und Vorstellungsbetrieb war jedoch zu keiner Zeit in Gefahr

Fördermittel des Jugendamtes, des Landesjugendamtes sowie des Kulturamtes der Stadt Leipzig ermöglichen es, zwei Vollbeschäftigungseinheiten für Künstlerische Leitung sowie Werbung, öffentlichkeitsarbeit und Projektorganisation zu besetzen

Frühjahr 1997

mittlerweile rund 80 Projektbeteiligte

arbeiten an drei Kinder- und Jugendtheaterprojekten sowie an Inszenierungen von Profis

01/09/96

Theatrium mittlerweile fester Theater-Spielort in Grünau (nur große Produktionen werden in Schulturnhallen gespielt)

durch die Förderung des Jugendamtes ist die Besetzung einer Stelle für professionelle öffentlichkeitsarbeit , Werbung und Projektorganisation möglich

Eröffnungswoche des Theatriums mit Kinderfest, Kino, Konzerten Grünauer Bands und Tag der offenen Tür

10. - 17. 08/1996

einjähriges Bestehen des großstadtKINDER e. V.

Geschäftsführung: Beate Roch künstlerische Leitung: Tilo Esche

10/08/96

"Kissing God"

Anti-Drogen-Stück "Kissing God" von Phil Young und inszeniert von Tilo Esche war die erste Premiere im neuen Theatrium in der Grünauer Miltitzer Alle 52

Eröffnung mit Premiere und Geburtstagsfeier

"zu klein, zu schmal, zu kurz", es gibt keine Lagerräume, keine Probenräume, mehrere Stücke werden gleichzeitig geprobt und aufgeführt, wobei nur ein Raum zur Verfügung steht → "Man kann da weder was anbauen, noch wegreißen, das ist ein Super-Betonklotz. Wenn es einen doppelt so großen oder eineinhalb Mal so hohen Raum gäbe, wäre das ideal." (Tilo Esche)

die räumlichen Anforderungen des Theatriums belaufen sich auf mehr als 500 Quadratmeter Fläche, zur Zeit muss die Bühne mit 214 Quadratmetern auskommen

Theaterbühne und 65 Zuschauerplätze, ein kleines Caf?, Miniräume für Garderobe und Verwaltung

ein Theaterraum von der Größe einer Studiobühne entstand, die Wände schwarz ausgeschlagen, zwei Reihen schwarze Stühle, zwei weitere Reihen Kinosesssel, nach hinten erhöht, noch zwei halbe Sesselreihen, insgesamt 75 Plätze

Immobilie

die Arbeitsbedingungen allerdings sind, vorsichtig formuliert, nicht die besten: enge, kleine, undichte Räume, die im Sommer die Hitze speichern un dim Winter Heizkosten fressen, mit schlechten sanitären Bedingungen und einer 12-Quadratmeter-Garderobe für Mädchen und Jungen zusammen

Bürgermeister Wolfgang Tiefensee hält das Theaterprojekt für einen "besonderen Farbtupfer in Grünau", das auch Maßstäbe in der Jugendsozialarbeit setzt

Kulturamt schreckte vor dem Umbau und den Instandsetzungskosten zurück → die "Großstadtkinder" wollen die Kosten auf ein Minimum beschränken und viele Klempner-, Elektriker- und Maurerarbeiten selbst übernehmen, notwendige Licht- und Tonanlagen erhält der Verein über Sponsoren → übrig bleiben trotzdem für neue Fenster und diverse Umbauten etwa 82.700 DM übrig, die das Rathaus aufbingen muss Kerstin Kirmes (Sprecherin des Kulturdezernates): "Wir können lediglich das Projekt fördern, für die Instandsetzung haben wir aber kein Geld."

innerhalb von drei Monaten bauten die Jugendlichen "in beispielloser Geschwindigkeit, Kraft- und Materialanstrengung" die (verrufene) Ex-Gaststätte Atrium zum Theatrium, einem schwarz ausgeschlagenen Studiotheater mit ansteigenden Sitzreihen für 70 Platze, um

im kulturell unterversorgten Stadtteil Grünau fehlen besonders kulturelle und künstlerische Projekte für Kinder und Jugendliche mit festen altersspezifischen Räumlichkeiten, die von den jungen Leuten angenommen werden

die Großstadtkinder schickten diese Konzeption zusammen mit dem Antrag auf Nutzung des Gebäudes und der Bitte um Unterstützung dem Kultur-, dem Jugendhilfeausschuss und den in der Stadtverordnetenversammlung Leipzig vertretenen Fraktionen

entscheidend für eine effiziente und integrative Arbeit mit Jugendlichen sind aber Räumlichkeiten vor Ort, mit denen sich die jungen Leute identifizieren können und die einen kontinuierlichen Prozess ermöglichen

Betreiberkonzeption

durch die strukturellen Gegebenheiten des Wohnkomplexes Grünau und durch die massive kulturelle Unterversorgung dieses Gebietes ist es sehr wichtig, dass sich hier Kultur- und Kunstprojekte profilieren, aus einem Groß-Projekt werden drei Jugendtheaterprojekte, das Kindertheaterprojekt aus dem KOMM-Haus siedelt sich im Theatrium an können

durch eine gezielte theaterpädagogische Leitung der einzelnen Projekte ist der sozial-integrative Aspekt eine konstante Größe der Projektarbeit

Kinder und Jugendliche für Theaterprojekte in Grünau zu begeistern ist nur mit einem ständigen Domizil umzusetzen

die Betreiberkonzeption wurde auf?s Atrium abgestimmt, da das Kulturamt dies für kulturelle Zwecke ausgeschrieben hatte

Kulturamtsleiterin Susanne Kucharski-Huniat: "Eigentlich wollte das Kulturamt das Gebäude aufgeben. Nun haben wir entschieden, es dem Verein wenigstens als Zwischenlösung zur Verfügung zu stellen."

Eröffnung der eigenen Spielstätte in einer ehemaligen Gaststätte in der Militzer Allee 52 im Wohnkomplex 7

10/08/96

Theatrium

Der Verein "großstadtKINDER" erhielt nach einer Ausschreibung für kulturelle Zwecke das Nutzungsrecht des städtischen Gebäudes. → war zunächst eine "Spielstätte auf Zeit" bzw. von Anfang an als Interim gedacht

das Kulturamt der Stadt Leipzig stellte dem Verein die Räume ein Jahr mietfrei zur Verfügung → ein langfristiger Mietvertrag wurde vorerst auch von den Vereinsmitgliedern nicht gewünscht → in der Probezeit kann herausgefunden werden, ob das Konzept inhaltlich und finanziell aufgeht

Atrium

ein in den achtziger Jahren des 20. Jh. erbauter konfektionierter Flachbau in Grünau an der Miltitzer Allee 52 im Wohnkomplex 7

öffentliches Kulturhaus, Vereinhaus und ehemalige Gaststätte, deren klassischer Name auf die kulturellen Ambitionen hinweist → "Hochhäusler-Kneipe"

Gesamtkonzeption

die Gesamtkonzeption ist auf ein unmittelbares und gleichwertiges Zusammenwirken von Theaterprojekten mit unterschiedlichen Grundansätzen orientiert → in den Kinder- und Jugendtheaterprojekten arbeiten und spielen Kinder und Jugendliche unter der Anleitung von professionellen "Theatermachern", in den Inszenierungen agieren ausschließlich professionelle Schauspieler

die direkten Wechselwirkungen und Erfahrungen in der gemeinsamen Arbeit in beiden Projektformen stellen eine qualitativ erweiterte Ebene für die Theaterarbeit dar

kurze Zeit später sind es schon rund 50 Teilnehmer

Ende der Zeit der großen Projekte, bei denen der gesamte Verein mitmacht → die Studiobühne ist dafür zu klein, die Mitgliederzahl zu hoch

Benefizvorstellung "Aussteiger" im Haus Leipzig für die Obdachlosenarbeit in Leipzig → soll einem Verein zu Gute kommen, der Wohnprojekte für Jugendliche fördert

der Erlös aus Eintrittsgeldern und Spenden von 2.384 DM erhielt die Straffälligenhilfe e. V. und wird verwendet für Einrichtungsgegenstände wie Betten, Schränke und Waschmaschine

01/06/96

"Aussteiger"

zweites Stück: "Aussteiger" von Thomas Guyenot → Uraufführung in der mit 360 Zuschauern komplett ausverkauften Sporthalle der 96. Mittelschule

rund 40 Jugendliche sind an dem Projekt beteiligt

01/05/96

Atrium

die Stadt schreibt die leerstehende Grünauer Gaststätte Atrium zur kulturellen Betreibung aus → das Konzept des Großstadtkindervereins bekommt den Zuschlag

in Akkord- und selten nicht auch in Nachtarbeit wurde damit begonnen, mit den Jugendlichen gemeinsam das Haus um- und auszubauen und mit Bühne und Zuschauerraum auszustatten

Motivation

eigene Probleme erkennen, sich mit ihnen auseinandersetzen und auf der Bühne öffentlich artikulieren → Theater als Kunstform und Möglichkeit, sich unmittelbar mit dem eigenen Konfliktpotential und dem des Umfeldes auseinanderzusetzen, die sinnliche und emotionale Wahrnehmung über das Theatererlebnis zu sensibilisieren

Modellcharakter des Vereins: soziale und kulturelle Jugendarbeit und Bildung → über das Mittel des darstellenden Spiels und des Theaters wird den persönlichen Entwicklungstendenzen ein vielfältiger Raum eröffnet, die Wahrnehmungsfähigkeite geschult, Verhaltensstörungen begegnet → im Prozess der Projektentwicklung erfahren die Kinder und Jugendlichen gruppendynamische und sozial-kommunikative Strukturen

Personalia

künstlerischer Leiter: Tilo Esche Vereinsgeschäftsführung: Beate Roch (ausgebildete Journalistin mit Weiterbildung auf verlagskaufmännischem Gebiet → organisiert, publiziert, verhandelt mit ämtern und Kooperationspartnern, macht Sponsoren ausfindig)

der Großstadtkinder e. V. leistet im Theatrium auf kreativ-lustvolle Art wichtige Jugend- und Kulturarbeit, um junge Leute da wegzuholen, wo Stiefvater Staat sie sitzenlässt: aus der Perspektivlosigkeit

ein neues Projekt wird im Monatsblatt des Vereins beschrieben → wer Lust hat, kann zu den angekündigten Proben kommen (ohne Casting, ohne Gebühren, ohne Vereinsmitglied zu sein)

Gründungsversammlung

Verein

1. Vorsitzender: Steffen Wiesner 2. Vorsitzender: Hsiu-Yün Cheng Finanzverantwortliche: Karina Esche

Eintragung ins Vereinsregister und Anerkennung des Vereins als gemeinnützig ? der Verein ist selbstlos tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke, er finaziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Zuwendungen der öffentlichen Hand

09/08/95

großstadtKINDER e. V.

Der Verein "großstadtKINDER" wird gegründet und als gemeinnützig registriert. → aus dem Jugendprojekt gründete sich ein Trägerverein

Finanzierung: ehrenamtliche Arbeit + Förderung durch das Kulturamt der Stadt Leipzig, die Stiftung Demokratische Jugend, der Sparkasse Leipzig, Bebel-Liebknecht-Verein Leipzig + Sponsoring

21/06/95

Benefizvorstellung "großstadtKINDER oder The day is waning slowly" im Haus Leipzig für die Obdachlosenarbeit in Leipzig

1.800 DM Spendeneinnahmen für die Einrichtung von Wohnungen für Obdachlose bzw. 2.900 DM Erlös für Töpfe, Pfannen, Tassen und Stullenbretter, Spiegelschränke, Schrubber und Besen für die Grundausstattung von Küche und Bad in zehn Wohnungen

dieses Pilotprojekt soll keine Eintagsfliege sein → das Ziel ist es, in die Grünauer Jugendsozialstruktur eine langfristige, kontinuierliche Theaterarbeit zu installieren

Tilo Esche: "Es ging nicht darum, irgendjemandes Ego zu bedienen. Wir wollten mit Kindern und Jugendlichen etwas auf die Beine bringen, ihnen spielerisch die Möglichkeiten darstellender Kunst nahebringen und ihre Fähigkeiten auf diesem Gebiet entwickeln. Sie können am Ende vielleicht das Medium Kunst als Instrument begreifen, um auf ihre und gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen und sich mit ihrer Umwelt kritischer auseinanderzusetzen. Wir haben die Erfahrung gemacht (besonders seit unserem dreitägigem Probenlager in einer Jugendherberge), wie sich Verhaltensweisen, wie Teamgeist, Kreativität, Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein herausbilden oder verstärken. Und natürlich geht es auch darum, dass ihr Selbstwertgefühl damit wächst."

21/05/95

"großstadtKINDER oder The day is waning slowly"

Premiere "großstadtKINDER oder The day is waning slowly" mit 45 schauspielernden, tanzenden und musizierenden Jugendlichen → begeistert aufgenomme Uraufführung vor 400 Zuschauern in der Turnhalle des Klinger- Gymnasiums in Leipzig-Grünau

Wolfgang Tiefensee (damaliger Dezernent für Jugend, Schule und Sport): "Das ist Jugendsozialarbeit, wie ich sie mir vorstelle." Weitere erfolgreiche Vorstellungen in Grünauer Schulturnhallen und Kulturhäusern, sowie im "Anker" und im "Haus Leipzig" und bei den Reichenbacher Kulturfesttagen → insgesamt 19 Vorführungen mit 5.000 Zuschauern aus Leipzig, Wurzen und Reichenbach

Aufführungen im Saal des Theater der Jungen Welt / einmal wöchentlich zwei Stunden Proben im KOMM-Haus (mietfrei) und im Haus der Volkskunst

Beate Roch: "Da die Jugendlichen begeistert sind, planen wir weitere Theaterprojekte. Dafür brauchen wir aber ein ständiges Haus."

Ende 11/1994

gemeinsam mit den Grünauer Jugendlichen wird ein Stück inszeniert, an dessen Inhalt, dramaturgischer, schauspielerischer und technischer Umsetzung sowie öffentlichkeitswirksamer Werbung sie von Anfang an beteiligt sind

nicht alle Projektbeteiligten schauspielern dabei, die offene Theaterarbeit bietet ein weites Betätigungsfeld: sie arbeiten am Text, gestalten Bühnenbild und Programmheft, sind als Techniker oder Einlassdienst tätig

Vorbereitung des Stückes "großstadtKINDER oder The day is waning slowly" → erstes Jugendtheaterprojekt

Wolfgang Tiefensee (damaliger Dezernent für Jugend, Schule und Sport): "Das ist Jugendsozialarbeit, wie ich sie mir vorstelle."

zunächst war die Lust auf?s Theater machen noch gering → ganze sieben Jugendliche (von statistisch 20.000) folgten dem ersten Aufruf

Personalia

Initiator des großstadtKINDER e. V. / künstlerische Leitung: Tilo Esche (Schauspieler) Vereinsvorsitzender / technische Leitung: Steffen Wieser (Beleuchtungsmeister am Theater der Jungen Welt) Werbung, Projektorganisation, öffentlichkeitsarbeit, ehrenamtliche Geschäftsführung, Buchhaltung: Beate Roch (Diplomjournalistin) Organisation, Finanzen: Katrin Zschuckelt (Sozialarbeiterin von der Mobilen Jugendarbeit)

Träger des Projektes: Mobile Jugendarbeit Leipzig-Grünau e. V.und der Bebel-Liebknecht-Verein Leipzig Unterstützer: KOMM-Haus, Kulturamt, Jugendamt, Medienprojekt "Video life", Leipziger Theaterleute, Theater der Jungen Welt

19/10/94

das Projekt startet im KOMM-Haus Grünau

01/10/94

Schauspieler Tilo Esche und Beleuchtungsmeister Steffen Wieser (beide am Theater der Jungen Welt) verteilen einen Aufruf im plattenebebauten Stadtteil → sie verteilten Handzettel, Aushänge, Hinweise in Tageszeitungen und forderten Jugendliche auf, die Lust zum Theaterspielen haben→ sie wollen ein Theaterprojekt auf die Beine stellen - Kultur gegen Verkarstung

erster Aufruf zu einem Jugend-Theaterprojekt, Handzettel, Aushänge im KOMM-Haus und umliegenden Schulen, Hinweise in Tageszeitungen → schon 14 Tage nach diesem ersten Aufruf trafen die ersten Jugendlichen ein

zweierlei Theater

Projekte, in denen Kinder, Jugendliche und junge Leute für etwa Gleichaltrige spielen → Inszenierungen für die Kinder von und mit Bühnenprofis

es kommt auf die Wechselwirkungen und Erfahrungen beider Projektformen an → sie stellen eine neue Qualität der Theaterarbeit dar, weil sich Laien und Profis gegenseitig befruchten

Personalia

Die Initiatoren Tilo Esche und Steffen Wieser trafen bei Jugendarbeitern und Kulturleuten auf Erstaunen und wohlwollende Unterstützung → vorübergehende Aufnahme im KOMM-Haus, Uwe Walther als Leiter des KOMM-Hauses

Tilo Esche kam vom Theater der Jungen Welt und hatte vorher bereits in Annaberg ein ähnliches Projekt gestartet und gute Erfahrungen mitgebracht → Tilo Esche: "Ich habe in Annaberg diese Idee umgesetzt, und dort läuft das jetzt von allein." → Idee, dass ein solches Jugendtheaterprojekt in einem großstädtischem Neubauviertel um so notwendiger ist

Idee, ein Theater zu gründen als Oase der Kunst inmitten der Kulturwüste Grünau → Hauptanliegen der inhaltlichen Arbeit ist die Umsetzung altersspezifischer Probleme mit Hilfe des darstellenden Spiels

Hoffnung auf ein breites Betätigungsfeld in Grünau → Tilo Esche: "Gerade weil Theater hier am wichtigsten ist, interessiert es auch die wenigsten."

sowohl im Jugend- als auch im Kulturbereich bemisst sich Erfolg oder Wert einer Veranstaltung oder Aufführung nicht in Umsatz, Absatz, Kosten- und Nutzenrechnung, sondern am Zweck der Sache

Jugendkulturarbeit

Jugendkulturarbeit: Angebote zur identitätsbildenden Beschäftigung schaffen, die Kreativität und Fantasie herausfordern mit dem Ziel, öffentlichkeit, Aufmerksamkeit zu schaffen für die Vorstellungen, Hoffnungen und ängste Jugendlicher

mit der Jugendkulturarbeit kann in besonderer Weise und Potenz etwas für das menschliche Dasein vermittelt werden → sie kann Positivwerte bilden, die wiederum Abwehrkräfte schaffen gegen Negativwerte wie Gewalt, Diskriminierung usw.

Sozialraumgliederung: Grünau-Mitte, Grünau-Nord und Grünau-Lausen gelten als sozial stark oder mindestens sozial belastete Gebiete → rangieren in puncto Jugendichte, Kriminalitätsrate und Jugendarbeitslosigkeit mit an vordersten Stellen

Leipzig-Grünau ist ein sozialer Brennpunkt → die Stimmung ist oft so trist wie die Umgebung der Plattenbausiedlung → das Gefühl der Ausgegrenztheit wandelt sich in Wut, Frust und Aggression → die augenscheinliche Interessenlosigkeit der Jugendlichen ist eigentlich Hoffnungslosigkeit

Grünau

1994: Neubaugebiet Grünau mit 80.000 Einwohnern und geschätzten 20.000 Jugendlichen → fehlende soziale und kulturelle Infrastruktur → es gab hier weder Kino, noch eine Schwimmhalle, Kommunikationsräume wie Caf?s oder andere Treffpunkte für Kinder und Jugendliche ? Freizeit fand in Grünau fast nur auf der Straße statt